Ich hatte mal wieder Lust in meinem Wohnzimmer mit meinem Fotoequipment zu experimentieren. Weil gerade Fußball-EM in Frankreich ist und Deutschland ganz gut mitspielt habe ich mich entschlossen das Thema Nationalfarben mit Wasserspritzern darzustellen. Daraus ist dieser Making-Of-Artikel entstanden. Ich hatte dieses Thema zwar schon einmal behandelt, doch hier ist es etwas ausführlicher.

 

das Ergebnis

Ziel ist es drei Gläser mit schwarzem, rotem und goldenem Wasser zum Spritzen zu bringen.

Daraus leiten sich dann andere Ideen ab, wie z.B. der schiefe Wasserspiegel oder einfach ein anderes Glas, was andere Spritzer hervorbringt.

 

Zutaten

Kamera und Objektiv

Ich nutze die Canon EOS 550D auf einem Stativ und mit dem EF 50mm f/1.4 im manuellen Modus bei 1/125s, f/8 und ISO 100. Für das Einfrieren des spritzenden Wassers ist die Belichtungszeit nicht von Bedeutung, da nur das Blitzlicht zur Belichtung beiträgt, d.h. bei den genannten Einstellungen erhalte ich ohne Blitz ein schwarzes Bild.
Wichtig: manueller Fokus und Fernauslöser! Eine DSLR fokussiert zwar schnell, aber wenn der Fokus erst gesucht werden muss, dann geht das sicher schief. Auch wollt oder könnt ihr sicher nicht während der Aufnahme eine Hand an der Kamera haben. Ob Kabel- oder Funkauslöser ist egal, Hauptsache es funktioniert.

Blitze

Um eine möglichst kurze Abbrenndauer zu erhalten und so die Wasserspritzer eiinzufrieren benutze ich 2 Yongnuo-Speedlights, die jeweils auf 1/64 Leistung eingestellt sind und den Hintergrund weiß ausleuchten. Dies ist auch die einzige Lichtquelle während des Shootings.
Es reicht evtl. auch nur 1 Blitz, aber damit ist es schwer eine gleichmässige Ausleuchtung des Hintergrundes zu erreichen.

Glasplatte

Die Gläser werden mit Haftpaste auf eine Glasscheibe (in diesem Fall eine Glasscherbe) geklebt und diese erhöht auf zwei Schaumstoffblöcken abgelegt.

Ausführung

Wenn alles gut aufgebaut, das Licht und die Kamera richtig eingestellt sind, dann ist das Fotografieren der Spritzer nicht mehr schwer. In einer Hand hält man den Fernauslöser der Kamera, mit der anderen Hand hebt man die Glasplatte mit den festgehefteten Gläsern an einer Seite an und lässt sie wieder fallen. Hier sind die Schaumstoffblöcke von Vorteil, da sie den Aufprall abfedern und die Glasplatte nicht bricht.
Es bedarf wahrscheinlich etwas Übung und mehrerer Versuche, um den richtigen Zeitpunkt für die Auslösung zu erwischen, doch es macht Spaß und die Ergebnisse sind immer mindestens interessant.
Zwischen den Versuchen lohnt es sich das Set zu reinigen, da es später die Nachbearbeitung wesentlich erleichtert.

Aufbau auf Glasplatte

Anheben der Glasplatte

Fallen lassen und auslösen

Sonstige Helferlein

Leider muss ich zugeben, dass diese Spritzerei doch etwas schmutzt. Daher ist es durchaus von Vorteil, darauf vorbereitet zu sein und den Tisch und evtl. auch die Blitze mit Malerfolie zu schützen. Auch eine Rolle Küchenpapier sollte man zur Hand haben, um die Sauerei nach dem Schuss wieder zu beseitigen. Es sollte jede Aufnahme so clean wie möglich sein, weil man ja nicht stundenlang am PC nachbearbeiten will.

Spritzer

Nachbearbeitung

Ich schieße via USB und den Canon Utilities direkt auf meine NAS Festplatte und importiere von dort in Lightroom. Damit kann ich dann schon fast alles erledigen. Für einen rein weißen Hintergrund ziehe ich den Weiß-Regler bei gedrückter ALT-Taste weit nach rechts. Wo das nicht ausreicht helfe ich mit dem Korrekturpinsel nach.
Für ein sauberes Setup empfiehlt es sich eine Aufnahme vor dem Spritzen zu machen und diese dann zusammen mit der „schmutzigen“ in Photoshop als Ebenen zu öffnen. Dann beide Ebenen markieren und automatisch ausrichten. Jetzt kann man mit Maske und Pinsel z.B. verschmutzte Glasstiele aus- und saubere einblenden.

Tipp

Zum Schluss noch ein Tipp: nicht zu viel Wasser ins Glas!
Ich schätze einfach mal, dass eine 1/3 Füllung ausreicht. Meiner Meinung nach gibt das auch die schöneren Splashes und natürlich viel weniger Sauerei.

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